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7 effektive Wege, um Warenkorbabbrüche zu verhindern

Der Nutzer klickt sich durch den Shop, fügt ein oder mehrere Produkte zum Warenkorb hinzu und verlässt den Shop, ohne den Kaufvorgang abzuschließen. Warenkorbabbrüche sind ein typisches, branchenübergreifendes Problem eines jeden Online Shops und stellen gleichzeitig eine der größten Herausforderung des Ecommerce dar.

 

Laut dem Online Portal Statista
enden über 88% der Online-Bestellvorgänge in einem Abbruch des Warenkorbs – In der Automobilbranche sind es sogar über 96%. Laut dem Baymard Institut liegt die Rate bei “nur” 68% – Eine noch immer äußerst hohe Zahl. Ein abgebrochener Warenkorb bedeutet für ein Unternehmen den Verlust eines Kunden und somit eines Verkaufs. 

Hier die gute Nachricht: Es ist möglich, die Warenkorbabbruchsrate deutlich zu reduzieren. Dazu sollte man sich zunächst ansehen, weswegen potenzielle Kunden einen Kaufvorgang abbrechen und den Warenkorb im wahrsten Sinne des Wortes zurück lassen. 

Gründe für Warenkorbabbrüche

Potenzielle Kunden brechen den Kaufvorgang in der Regel aus einem oder mehreren der folgenden Gründe ab:

Unerwartete Lieferkosten

Versteckte Kosten sind der Hauptgrund dafür, dass Ihre Besucher die Website verlassen, ohne einen Kauf getätigt zu haben -Und rangieren sowohl hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit als auch der Auswirkungen an erster Stelle.Versteckte Kosten wie zum Beispiel unerwartete Lieferkosten führen beim Besucher zu Verwirrung und Enttäuschung, wodurch der Shop oft an genau dieser Stelle verlassen wird.

Langer und verwirrender Checkout

Die meisten Besucher haben generell eine kurze Konzentrationsspanne und ein mehrstufiger Checkout- besonders dann, wenn sogar ein Kundenkonto kreiert werden muss- schreckt viele Besucher ab, was häufig zu Warenkorbabbrüchen führt.

Mangel an Coupon Codes

Einige Kunden sind ständig auf der Jagd nach Deals und Rabatten. Wenn es für ein Produkt keinen Coupon gibt, sehen sie sich stattdessen auf einem anderen Shop um.

Kunde hatte keine Kaufintention, sondern wollte sich nur umsehen

Ebenfalls ein sehr häufiger Grund eines Warenkorbabbruchs und nahezu unmöglich, entgegen zu wirken: Ein Kunde hatte im Grunde von Anfang an keine Kaufintention, sondern wollte sich nur umsehen, Infos einholen oder Preise vergleichen- Und kauft das Produkt am Ende in einem anderen Shop, offline oder auch gar nicht!

Sorge um die Sicherheit bei der Bezahlung

Wenn ein Kunde sich um die Sicherheit des Zahlungsvorgangs sorgt, sorgt er sich gleichzeitig natürlich generell um sein Geld und das kann schwere Auswirkungen haben – Nämlich den Warenkorbabbruch. Zu den Hauptursachen gehören Designfehler, veraltete Layouts, fehlende Bilder und kein SSL-Zertifikat.

Keine befriedigendes Rückgaberecht

Ein klar kommuniziertes Rückgaberecht ist ebenso wichtig – Der Kunde sieht das Risiko, ein Produkt zu kaufen, als deutlich geringer an, wenn es ihm einfach gemacht wird, das Produkt in einem großzügigen Zeitraum zurück zu geben. 

Haben Sie gewsst, dass 75% der Besucher die Intention haben, den Kauf eines Produktes nach einem Warenkorbbabbruch zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen?Gerade mal 10% tun dies aber tatsächlich.

Schauen wir uns also an, was man genau tun kann, um Kunden dazu zu bewegen, ihren Kauf abzuschließen, damit die Warenkorbabbruchsrate zu reduzieren und mehr Verkäufe zu machen. 

1. Exit-Intent Popups

Eine der besten Möglichkeiten, wie Sie Warenkorbabbrüche reduzieren können, ist die Erstellung eines Popup-Fensters, das dem Besucher auf dem Bildschirm erscheint, wenn er den Mauszeiger in Richtung des Kreuzes bewegt, um die Seite zu schließen, bzw. wenn er dieses bereits angeklickt hat.

Durch dieses Popup haben Sie für einen Moment die Aufmerksamkeit des Besuchers und können ihn beispielsweise durch einen speziellen Gutscheincode oder einem Aktionsrabatt vom Verlassen der Seite abhalten. Der Besucher hat also einen überzeugenden Grund, den Warenkorb nicht abzubrechen und den Kauf durchzuführen.

2. Kostenloser Versand

Einer der Hauptgründe für Warenkorbabbrüche sind versteckte Kosten am Ende der Kasse, wie beispielsweise Versandkosten oder Steuern.

Das haben Sie als Online-Kunde wahrscheinlich schon einmal erlebt. Sie fügen ein Produkt für 19,99 Euro Ihrem Warenkorb hinzu. Bei der Bezahlung springt der Preis plötzlich auf 25,00 Euro. Wie die meisten Verbraucher entscheiden Sie sich also dafür, nach einem besseren Angebot zu suchen und kehren nie wieder zu Ihrem Warenkorb zurück.

Wenn Sie dem Kunden Versandkosten in Rechnung stellen wollen ist es vorteilhafter, diese gleich in den Endpreis des Produktes aufzunehmen. Kostenloser Versand wirkt auf den Kunden wie ein Schnäppchen bzw. ein besonderes Angebot. Es ist zu empfehlen, das bereits auf der Hauptseite (und vor Beginn des eigentlichen Einkaufes) zu kommunizieren, um dem potenziellen Kunden einen Grund zu geben, bei Ihrem Unternehmen zu kaufen.

3. Retargeting Ads

Wenn Sie Ihrer Website einen JavaScript-Tag, auch als Pixel bekannt, hinzufügen, werden den Browsern der Besucher bei der Landung “Cookies” hinzugefügt. Sie können dieses Cookie mit einer Retargeting-Anwendung nachverfolgen, so dass Ihre Bannerwerbung erscheint, falls und wenn sie erneut nach Produkten wie Ihrem suchen. Wenn dies der Fall ist, erhöht die Vertrautheit, die sie bereits mit Ihrer Website und/oder Ihrem Produkt haben, die Wahrscheinlichkeit, dass sie erneut auf Ihre Anzeige klicken werden.

Eine Studie von Comscore und ValueClick ergab, dass Retargeting Ads doppelt so effektiv wie andere Taktiken sind, um Käufer dazu zu bringen, nach einer bestimmten Marke zu suchen.

Retargeting durch Emails kann ebenfalls sehr effektiv sein.

4. Knappheit und Exklusivität eines Angebots

Eine weitere Taktik, die Sie im Kampf gegen Warenkorbabbrüche anwenden können, ist die Schaffung eines Gefühls der Knappheit oder Dringlichkeit. Das bedeutet, die Kunden wissen zu lassen, dass ein Rabatt oder ein Werbeangebot nicht ewig gilt.

Das spielt mit der sogenannten FOMO (“Fear of missing out”) des potenziellen Kunden und es ist wahrscheinlicher, dass er das Produkt kauft (“Jetzt oder nie”). 

Man kann zum Beispiel einen Timer auf der Webseite nutzen oder auch eine Angabe der Einheiten, die noch verfügbar sind. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Timer und ähnliches können schnell unseriös wirken, daher sind diese Taktiken in begrenztem Maß zu genießen.

5. Rabatte auf der Grundlage der Warenkorbsumme

Sobald ein Kunde Produkte einer bestimmten Gesamtmenge bzw. -preises erreicht haben, können Sie einen zusätzlichen Anreiz bieten, den Kauf abzuschließen. In vielen Fällen ist ein zusätzlicher Gutschein oder ein Werbeangebot in diesem Entscheidungsmoment genau der Anstoß, den Ihre Kunden an der Kasse benötigen.

Das Tolle an dieser Funktion ist, dass Sie den erforderlichen Gesamtbetrag im Einkaufswagen Ihres Kunden selbst festlegen können.

So könnten Sie z.B. 10% Rabatt bei einem Warenkorb-Gesamtbetrag von 30 Euro, 15% bei einem Einkaufswagen-Gesamtbetrag von 50 Euro und 20% Rabatt bei einem Warenkorb-Gesamtbetrag von 100 Euro oder mehr anbieten.

Sie reduzieren nicht nur die Zahl der Warenkorbabbrüche, indem Sie Kunden einen Anreiz bieten, ihren Einkauf abzuschließen, sondern Sie stellen auch sicher, dass Sie für Ihr Unternehmen so viel Gewinn wie möglich erzielen.

6. Möglichst große Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten

Die Bezahlung eines Produktes ist der letzte Schritt im Conversion Funnel und es wäre schade, den Kunden jetzt noch zu verlieren. Um dem entgegen zu wirken, sollte man beim Checkout möglichst viele Zahlungsmöglichkeiten anbieten.

Kreditkartenzahlung ist am Beliebtesten, aber andere Möglichkeiten wie Pay Pal, Apple Pay und Google Wallet sollten ebenfalls angeboten werden, um die Warenkorbabbruchrate so gering wie möglich zu halten.

7. Klare, einfach strukturierte Navigation

Ihr Shop sollte keinerlei Fehler beinhalten, schnell laden und eine klare, übersichtliche Strukturierung besitzen. Desto weniger der Kunde scrollen und klicken muss, desto wahrscheinlicher ist eine Conversion (und desto unwahrscheinlicher ein Warenkorbabbruch). 

Die Produkte sollten so organisiert sein, dass die Auswahl und der Kauf einfach sind: Eine kurze Vorschau, ein “Dem Warenkorb hinzufügen”-Button und ein schneller Checkout reduzieren die Warenkorbabbruchrate erheblich.

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